Intels 2020 erscheinende Grafikkarte

Grafikkarten: Ein dritter Player ab 2020

Werden Grafikkarten billiger?

Ein neuer Hersteller drängt auf den Grafikkarten-Markt und AMD sagt Nvidia den Kampf an. Werden Grafikkarten jetzt endlich billiger?

Mit RTX 2070 & 2080 ist die Nachfolger-Generation von Nvidias GeForce GTX-1070 und 1080 erhältlich. Das lässt viele Käufer einer High-End Grafikkarte auf günstige Abverkaufs-Preise hoffen. Auch wenn Grafikkarten zum Teil sehr starken Preisschwankungen unterliegen, gilt nach wie vor das gleiche Prinzip: Ein neues Modell erscheint – das Auslaufmodell wird günstiger. Da es derzeit aber nur zwei Hersteller am Markt gibt, sind die Preise dementsprechend hoch. Ein dritter Player am Markt macht Hoffnungen, dass sich die Preissituation bei Grafikkarten etwas entspannen könnte.

Grafikkarten-Schnäppchen sind auch bei Auslaufmodellen nicht zu erwarten

Wer auf interessante Preisvorteile hofft, wird meistens enttäuscht. Starke Preisreduktionen beziehen sich am Beispiel von Grafikkarten nicht zwangsläufig auf den Einführungspreis. Wie man bei verschieden Modellen sehen kann, unterliegt die Preiskurve starken Schwankungen. Mal kommen diese Wellen aufgrund saisonal steigender Nachfrage zustande, mal durch Produktionsengpässe. Und manchmal sind die Berg- und Talfahrten der Preise schlicht nicht nachvollziehbar. Gerne wird zur Erklärung der hohen Preise der Mythos des andauernden Hypes von Kryptowährungs-Mining bemüht. Ganz gleich, aus welchem Grund die Preise so starken Schwankungen unterliegen, zum Ende des Product-Lifecycles sind die Restposten oft nicht zum gewünschten Schnäppchen-Preis zu haben.

Künftig könnte sich die angespannte Preis-Situation auf dem Grafikkartenmarkt, den sich zwei Hersteller untereinander aufteilen, leicht entspannen. Auch wenn es mit Asus, MSI, Palit und Co mehrere Hersteller gibt, fertigen sie dennoch nur ein Nvidia-Produkt in Lizenz.
Erste Gerüchte machten im Mai die Runde, Intel plane für 2020 die Einführung dedizierter Grafikkarten. Bestätigt wurden diese Gerüchte indirekt mit Abwerbungen von führenden Apple- und AMD-Entwicklern, die nun das GPU-Team des Prozessor-Riesen verstärken. Schließlich wurde im August auf der Siggraph, der Fachmesse für Computergrafik, die Katze aus dem Sack gelassen: Der neue Grafik-Chip wird den Namen Arctic Sound tragen. Im folgenden Tweet inklusive Announce-Trailer war ein kurzer Vorausblick auf die kommende GPU zu sehen:

Der erste Bericht des meistens sehr gut informierten Tech-Portals TweakTown ging davon aus, dass man anfangs mit den eigenen Karten auf Profi-Anwender abzielen möchte – ähnlich Nvidias Tesla- und Quadro-Karten. Breite Anwendung dürften sie in der Wissenschaft, 3D-Animation und Videoproduktion finden. Erst im zweiten Schritt möchte man die Gamer mit Grafikkarten versorgen. Ob diese Information allerdings zutrifft, wird womöglich im Jänner 2019 auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas bestätigt.

Grafikkarten-Preise könnten sich ab 2019/2020 entspannen

Der CPU-Spezialist aus Santa Clara ist Marktführer bei Desktop-CPUs und steht bei Gamern nach wie vor hoch im Kurs – auch wenn die Konkurrenz aus dem Hause AMD im letzten Jahr dank der Ryzen-Prozessoren wiedererwacht ist. AMD ist zugleich auch der zweite Anbieter von Grafikkarten, stellt aber mit seinen Radeon-Vega-Karten derzeit keine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz dar. AMD gibt sich jedoch kämpferisch und möchte den Oberklasse-Sektor nicht so einfach an Nvidias GeForce RTX abgeben. Aber auch Intels bisherige GPU-Bemühungen sind eher mau. Die integrierten Grafik-Chips reichen nicht für anspruchsvolles Gaming aus.

Wir sind jedenfalls sehr gespannt, ob AMD im 2. Halbjahr 2019 mit der neuen Navi-Generation (der angekündigte Nachfolger von Radeon-Vega) zu Nvidias RTX 2080 bzw. 2080 Ti aufschließen kann. Und noch viel mehr, ob Intel bis 2020 ein konkurrenzfähiges Produkt entwickeln und so die Zweier-Phalanx der Grafik-Giganten sprengen kann. Vor etwa zehn Jahren versprach Intel die Einführung einer Grafikkarte mit dem Codenamen Larrabee. Daraus wurde leider nichts und die Entwicklung floss in den Co-Prozessor Xeon Phi ein. Wenn die Arctic Sound GPUs wie angekündigt tatsächlich 2020 erscheinen, dann wird das auf jeden Fall frischen Wind in die eintönige Grafikkarten-Landschaft bringen.