Wikipedia offline

Update zu Artikel 13: Wikipedia aus Protest bald down

Was wäre das Internet ohne freie Meinungsäußerung? Das WWW ist 30 und Wikipedia aus Protest bald für einen ganzen Tag down! Danke, Artikel 13…

Wikipedia protestiert gegen Uploadfilter und Co.

Nicht nur YouTuber und Streamer betrifft Artikel 13. Die geplante Umsetzung des Gesetzes und die damit sehr wahrscheinlich kommenden Uploadfilter haben jetzt sogar die größte Wissens-Datenbank auf den Plan gerufen. Auch wenn die Wikipedia nicht direkt von der geplanten Urheberrechtsänderung betroffen ist, befürchtet sie dennoch, dass Artikel 13 zu Zensur führen würde. Deshalb wird am 21. März die deutschsprachige Wikipedia für einen ganzen Tag nicht erreichbar sein. Das beschlossen die Autoren der Online-Enzyklopädie als Protestmaßnahme. Die Seite wird an diesem Tag schwarz bleiben und einen kurzen Text zeigen. Dieser soll darauf hinweisen, dass die geplante Reform zu einer erheblichen Einschränkung des Internets führen würde. Erwähnt werden die technisch nicht ausgereiften Uploadfilter sowie die Tatsache, dass selbst für kurze Textausschnitte Lizenzen erworben werden müssten, um das Leistungsschutzrecht einzuhalten.

Der bekannte Medien-Anwalt Christian Solmecke äußert sich in diesem Video zu den aktuellen Entwicklungen:

EU-weite Demos vor geplanter Abstimmung

Kunst, Presse- und Meinungsfreiheit würden zwangsläufig deutlich beeinträchtigt werden. Daher ruft auch die Wikipedia ihre Leser dazu auf, am europaweiten Protesttag am 23. März teilzunehmen und ihre jeweiligen EU-Abgeordneten zu kontaktieren. Drei Tage später sollte im EU-Parlament über die Reform abgestimmt werden. Ein genauer Termin wurde jetzt relativ kurzfristig für den 26. März fixiert. Vor einigen Tagen wurde von Seite der Europäischen Volkspartei (EVP), zu der auch CDU/CSU gehören, noch gefordert, die Abstimmung möglichst vorzuverlegen. Somit wäre man den europaweiten Protesten am 21. März wohl zuvorgekommen. In einem Blog-Beitrag der Wikimedia-Foundation äußern sich Juristen über eine Zensur-Infrastruktur und die Einschränkung des freien Informationsflusses. Unklar bleibt außerdem, ob die Quellensammlung der Wikipedia-Artikel mit dem Presseverleger-Leistungsschutzrecht übereinstimmt.

Heute feiert das www 30-jähriges Bestehen

Nicht nur Wikipedia macht sich sorgen. Heute feiert das Internet quasi Jubiläum. Und selbstverständlich feiert Google diesen Tag in seinem heutigen Doodle:

Bild: Google.com – Doodle zu 30 Jahren World Wide Web

Genau heute zum 30-jährigen ‚Geburtstag‘ des World Wide Web meldet sich nun auch sein Schöpfer Tim Berners-Lee zu Wort: „Der Kampf für das Web ist eines der wichtigsten Anliegen unserer Zeit.“, schrieb er gestern in einem offenen Brief. Er schlägt dabei in dieselbe Kerbe und fürchtet um die Meinungsfreiheit im Netz. Neben Zensur erwähnt er auch mehr Desinformation, Datenmissbrauch und Hass als größte Gefahren für das Internet. Er fordert die Online-Konzerne dazu auf, nicht auf Kosten von Menschenrechten nach Gewinnen zu streben. Um ein besseres Internet zu gestalten, spricht er sich mit seiner Stiftung dafür aus, dass Unternehmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft gemeinsam einen Vertrag ausarbeiten.

In den 1980er Jahren arbeitete der heute 63-jährige Physiker am Kernforschungszentrum CERN in Genf. Dort entwickelte er im März 1989 die Idee des World Wide Web sowie den ersten Internet-Browser. Ziel war es, den Informationsaustausch unter Wissenschaftlern zu erleichtern. Sein damaliger Vorgesetzter äußerte sich skeptisch zu seinen Plänen: „Vage, aber interessant“ schrieb er unter das Manifest von Berners-Lee – 30 Jahre später ist sprichwörtlich die halbe Welt online.

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